d: von digital bis durchschuss


digital
digitalWas bedeutet eigentlich „digital“? „Digital“ leitet sich von dem lateinischen Wort „digitus“ = Finger ab. Das Wort drückt auch das Zählen mit Fingern aus. Wenn man mit den Fingern zählt, gibt es – weil ja nur 10 Finger vorhanden sind – eine feste, begrenzte Menge an Signalen.
Die Digitalisierung ist die Umwandlung eines Analogsignales, das den zeitlich kontinuierlichen Verlauf einer physikalischen Größe beschreibt, durch die Quantisierung und eine Abtastung, welche zu definierten Zeitpunkten erfolgt; meist zu dem Zweck, das Signal zu speichern oder elektronisch zu verarbeiten. Durch eine entsprechende Codierung kann ein Digitalsignal in eine binäre Darstellung (0/1 oder ja/nein) übergeführt werden. Es wird geschätzt, dass 2007 bereits 94 % der weltweiten technologischen Informationskapazität digital war (nach lediglich 3 % im Jahr 1993).


domain
Eine Domain (deutsch: Bereich) ist ein zusammenhängender Teilbereich des Domain Name System (DNS). Jeder Name einer Domain im Internet besteht aus einer Folge von durch Punkte getrennten Zeichenfolgen. Im Domain Name System (DNS) werden die kompletten Namen referenziert und aufgelöst, also einer eindeutigen IP-Adresse zugeordnet. Eine Domain kann beliebig in durch Punkte getrennte Subdomains unterteilt werden.
Die Bezeichnung Top-Level-Domain (deutsch: „Bereich oberster Ebene“, Abkürzung: TLD) bezeichnet den letzten Namen dieser Folge. Ist der voll qualifizierte Domain-Name einer Website beispielsweise de.example.com, so entspricht das rechte Glied (com) der Top-Level-Domain. Es wird zwischen gesponserten und nicht gesponserten TLDs unterschieden. Die gesponserten TLDs werden von bestimmten Unternehmen oder Organisationen gemäß detailliert ausgearbeiteter Richtlinien betrieben. Die (wichtigeren) nicht gesponserten TLDs .com, .biz, .net, .org und .info sind für alle Privatpersonen und Firmen frei zugänglich. Daneben gibt es über 200 ccTLDs (länderspezifische TLDs). Jedem Land ist dabei ein Zwei-Buchstaben-Code zugeordnet, für Deutschland ist dies .de.
Im ersten Quartal 2012 lag die Gesamtanzahl weltweit registrierter Domains bei über 233 Millionen.


dpi
dots per inch (deutsch: Punkte pro Zoll), eine Maßeinheit für die Auflösung im Druck und anderen Wiedergabesystemen. (siehe auch unter Auflösung). Die Punktdichte ist bei der Bildreproduktion ein Maß für die Detailgenauigkeit der Darstellung und damit einer der Qualitätsaspekte des technischen Wiedergabeverfahrens.


Drucken
Drucken ist die „Wiedergabe einer textlichen respektive bildlichen Darstellung in beliebiger Anzahl durch Übertragung von Druckfarben bzw. färbenden Substanzen auf den Bedruckstoff mittels einer Druckform.“ (DIN 8730)
Die gebräuchlichsten Druckverfahren sind:

    Offsetdruck
    Der Offsetdruck ist ein Flachdruckverfahren, d.h. druckende und nichtdruckende Partien liegen in einer Ebene. Das Prinzip basiert auf dem chemischen Gegensatz von Fett und Wasser. Während die druckenden Partien fettfreundlich sind, werden die nichtdruckenden Stellen mit einem Wasserfilm befeuchtet und stoßen die fettreiche Druckfarbe ab. Die druckenden, fettfreundlichen Partien werden auf fotografischem Wege auf die Druckplatte aufgetragen (belichtet) und nehmen Farbe an. Die nichtdruckenden Stellen hingegen sind hydrophil aufbereitet, nehmen das Feuchtwasser auf und stoßen die Farbe im Druckprozess ab. Von der rotierenden Druckplatte wird der Druck auf ein Gummituch übertragen, welches den Druck auf das Papier abgibt.
    Vorteile des Offsetdrucks sind die große Vielfalt an Bedruckstoffen und die schnelle und kostengünstige Herstellung der Druckformen.
    Es gibt Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen. Tageszeitungen, Massendrucksachen, Zeitschriften und Verpackungen sind mit hohen Auflagen oder Umfängen im Rollenoffsetdruck wirtschaftlich. Plakate, Fotobücher, Werbedrucksachen oder hochveredelte Druckerzeugnisse werden bei kleinen bis mittleren Auflagen im Bogenoffsetdruck wirtschaftlich und mit hoher Qualität hergestellt.

    Tiefdruck
    Der Tiefdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente durch chemische oder mechanische Verfahren vertieft auf den Druckformzylinder übertragen werden, früher durch Ätzung, heute durch mechanische Gravur mittels kleiner Diamantstichel oder Lasergravur. Beim Druckvorgang wird der Druckformzylinder mit dünnflüssiger Druckfarbe eingefärbt und die überschüssige Farbe durch ein Rakel abgestreift. Die Farbe für den Druckvorgang bleibt nur in den vertieften Stellen des Zylinders zurück. Durch hohen Anpressdruck erfolgt die Übertragung der Farbe auf den Bedruckstoff. Der Rotationstiefdruck, das heißt der Tiefdruck mit zylindrisch ausgeführten Druckformen, ist bei Massendrucksachen, Zeitschriften, Dekorfolien in der Möbelindustrie und Tapeten in sehr hohen Auflagen wirtschaftlich. Den hohen Kosten der Druckform stehen geringe Kosten im Auflagendruck gegenüber. Besonders für den Dekordruck ist die Möglichkeit des nahtlosen Endlosdrucks von Bedeutung.

    Digitaldruck
    Bei digitalen Druckverfahren wird das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen, ohne dass eine Druckform hergestellt wird. Es kommen elektrofotografische Drucksysteme wie Laserdrucker zum Einsatz. Auch andere Verfahren finden Verwendung, beispielsweise Tintenstrahldruck für großformatige Plakate und Poster. Beim Thermosublimationsdruck wird die Farbe durch Sublimation auf das Papier übertragen, d.h. die Farbe ist für einen kurzen Augenblick gasförmig. Dadurch lassen sich echte Tonwertabstufungen ohne Rasterung erzeugen.

    Siebdruck
    Der Siebdruck oder Serigrafie, ist ein Durchdruckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einem wischerähnlichen Werkzeug, dem Gummirakel, durch ein feinmaschiges textiles Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedrückt wird. Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen, der mit einem Gewebe bespannt ist. Die gesamte Fläche wird mit einem Fotopolymer beschichtet und über einen positiven Film mit dem zu druckenden Motiv belichtet. Das Fotopolymer erhärtet an den nicht druckenden Stellen, das restliche Material wird ausgewaschen und erhält so die Öffnungen in der Schablone.
    Im Siebdruckverfahren können die unterschiedlichsten Materialien bedruckt werden, sowohl flache Folien und Platten als auch geformte Objekte, wie Flaschen, Kunststoffbehälter und Kleidungsstücke. Dazu verwendet man je nach Material spezielle Druckfarben. Im Vergleich zu anderen Druckverfahren ist die Druckgeschwindigkeit relativ gering.
    Im Siebdruck ist es nicht möglich, Halbtöne wiederzugeben.

    Hochdruck
    Beim Hochdruck (auch Buchdruck) stehen die Druckelemente erhaben auf der Druckform. Für die Herstellung von Büchern wird der Buchdruck allerdings heute nur noch sehr selten eingesetzt. Ein neues Hohdruckverfahren ist der Flexodruck. Hier besteht die Druckform aus einer flexiblen Fotopolymerplatte. Anwendungsgebiete sind vor allem Verpackungsfolien.

    Tampondruck
    Der Tampondruck ist ein indirekter Tiefdruck, eine Kombination aus Tiefdruck und Flachdruck. Die Vorlage wird mit Hilfe eines Tampons aus porösem Silikonkautschuk von einer Fläche, meist eine Tiefdruckform, auf eine andere, zum Beispiel Tassen, Kugelschreiber, übertragen und kann damit auch in die Vertiefung eines verformten Bedruckstoffes appliziert werden. Deswegen findet der Tampondruck besonders bei der Produktion von Werbegeschenken und beim Verpackungsdruck Verwendung.


dtp
Abkürzung für Desktop-Publishing (deutsch: „Publizieren vom Schreibtisch aus“). DTP bedeutet: die Herstellung eines Dokumentes am Computer mit Hilfe geeigneter Hard- und Software. Im Mittelpunkt des DTP stehen ein Desktop-Computer, Software für die Erstellung des Layouts und ein Drucker zur Ausgabe. Satz und Druck, die über 500 Jahre alte Erfindung Gutenbergs, werden durch das DTP auch für „Laien“ machbar – eine revolutionäre Entwicklung mit weitreichenden Folgen für die Branche.
Eingeführt wurde das heute bekannte DTP 1985 von den Firmen Apple, Adobe, Aldus und Linotype. Die ersten Programme, die genutzt wurden, waren Ventura Publisher und PageMaker, 1987 folgte QuarkXPress.
Adobe steuerte die Seitenbeschreibungssprache PostScript, Aldus das erste Layout-Programm PageMaker, Apple den ersten voll grafikorientierten Rechner (Macintosh) und einen PostScript-fähigen Laserdrucker bei. Linotype lieferte die ersten PostScript-Schriften und den ersten PostScript-fähigen Belichter.
Seit etwa 1992 werden Printprodukte fast ausschließlich im Rahmen von DTP produziert. Durch die fortschreitende technische Entwicklung sind mehrere Berufsgruppen fast völlig ausgestorben (Schriftsetzer, Lithografen, Druckvorlagenhersteller, Druckformhersteller). Ihre Tätigkeiten wurden im Rahmen der Änderung und Straffung der Arbeitsabläufe von anderen Berufsgruppen (Grafik-Designer, Mediengestalter) übernommen.


durchschuss
Durchschuss bezeichnet in der Typografie den vertikalen Zeilenzwischenraum der Zeichen in einem bestimmten Satz. Die Bezeichnung kommt aus der Zeit, als Texte mit Bleibuchstaben gesetzt wurden. Schmale Bleistücke (Regletten) konnten zur Herstellung der Zwischenräume zwischen die Zeilen „geschossen“ werden. Durchschuss kennzeichnete also den Abstand von Bleiletterunterkante zu Bleiletteroberkante der darunter angeordneten Zeile.
durchschuss
Heute bezeichnet Zeilendurchschuss den Abstand der Unterlänge eines Gemeinen (eines Kleinbuchstabens) bis zur Oberkante eines darunter angeordneten Versals (eines Großbuchstabens) oder der Oberlänge eines Gemeinen (z. B.: „k“, „l“ oder „f“), je nach dem welches höher hinauf ragt.
Der Durchschuss wird oft mit dem Zeilenabstand verwechselt. Der Zeilenabstand ist jedoch der Abstand von Grundlinie zu Grundlinie.

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