f: von Fadenzähler bis Futura


fadenzähler
Ein Fadenzähler ist eine Detaillupe mit drei- bis zwölffacher Vergrößerung auf einem klappbaren Gestell, das einen festen Betrachtungsabstand gewährleistet.
Erfunden wurde der Fadenzähler, um Stoffe zu überprüfen (daher auch der Name). In der Textilindustrie werden damit die Anzahl von Schuss- und Kettfäden innerhalb einer bestimmten Fläche ausgezählt. In der Druckvorstufe dient der Fadenzähler zum Beurteilen von Druckvorlagen, an der Druckmaschine zur Raster- und Passerkontrolle.
fadenzaehler
Im Grafikdesign wurden Fadenzähler vor der Einführung des Desktop-Publishing (DTP) bis etwa Mitte der 1980er-Jahre zur Beurteilung der Genauigkeit von manuell angefertigten Reinzeichnungen verwendet.


farbraum
Im Bereich Grafik-Design werden zwei Farbräume unterschieden: Der RGB-Farbraum (Monitordarstellung) und der CMYK-Farbraum (Druck).

additive-farbe-rgb
Der RGB-Farbraum ist ein additiver Farbraum, der Farbwahrnehmungen durch das additive Mischen dreier Primärfarben (Rot, Grün und Blau) nachbildet. Werden diese in gleicher Helligkeit addiert, entsteht die Farbempfindung Weiß. Fehlt eine der drei, so entstehen aus der Addition der beiden verbleibenden die Farbempfindungen Gelb (aus Rot und Grün), Cyan (aus Grün und Blau) und Magenta (aus Rot und Blau). Fehlen zwei Primärfarben, so entsteht natürlich der Farbeindruck der verbleibenden dritten. Die Empfindung ist Schwarz, wenn keine der Primärfarben vorhanden ist. Kennzeichnend für den RGB-Farbraum ist, dass die Farbinformation durch das Licht transprortiert wird.
subtraktive-farbe-cmy
Das CMYK-Farbmodell ist ein subtraktives Farbmodell, das die technische Grundlage für den modernen Vierfarbdruck bildet. Die Abkürzung CMYK steht für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta und Yellow. Der Schwarzanteil Key ist keine „Farbe“, sondern regelt Farbtiefe und Kontrast. Im Gegensatz zur additiven Farbmischung wird die Farbinformation nicht durch Licht, sondern durch Pigmente transportiert. Diese absorbieren einen Teil des auftreffenden Lichtes, der Rest wird reflektiert (deshalb subtraktiv). Die Primärfarben der subtraktiven Farbmischung entsprechen den Sekundärfarben der additiven Farbmischung: Cyan, Magenta und Yellow, kurz: CMY. Beim Druck entstehen die Mischfarben durch übereinanderliegende, lasierende Farbschichten.
RGB- wie CMYK-Farbräume sind geräteabhängig und benötigen Farbprofile, um Farbtöne exakt zu beschreiben.


flattersatz
Flattersatz ist eine Satzform, bei der die Zeilen ungleichmäßig auslaufen. Beim Linksbündigen Flattersatz, der Standardform, stehen die Zeilen am Anfang bündig in einer Spalte untereinander und laufen nach rechts ungleichmäßig („flatternd“) aus.
Beim Rechtsbündigen Flattersatz ist der Text auf der rechten Absatzseite bündig, die Textanfänge auf der linken Seite flattern. Für längere Texte ist rechtsbündiger Satz ungeeignet, da er der Lesegewohnheit widerspricht.
Laufweite der Schrift, Zeichen- und Wortabstand sind beim Flattersatz durchgängig gleichmäßig. Passt ein Wort nicht mehr in eine Zeile, wird es in die nächste Zeile „umbrochen“, wodurch die ungleichen Zeilenlängen entstehen. Zuweilen kann auch ein Wort getrennt werden um einen gleichmäßigeren Zeilenfall zu erzielen. Ideal ist ein Rhythmus, in dem sich lange und kurze Zeilen abwechseln. Dies erleichtert die Lesbarkeit. Zu viele Trennungen hintereinander sowie zu kurze verbleibende Silben sollen vermieden werden. Beim Blocksatz werden die Abstände zwischen den Wörtern auf Zeilenbreite ausgetrieben.


fliegenkopf
Als Fliegenkopf wurde in der Fachsprache der Schriftsetzer eine versehentlich kopfüber gesetzte Letter bezeichnet. Der Fuß der Letter erzeugte statt des gewünschten Zeichens im Druckbild zwei Rechtecke, die durch einen von der Gießrille verursachten Zwischenraum getrennt sind. Das Druckbild ähnelte damit den Facettenaugen von Insekten.
Der Begriff stammt aus der Zeit des Handsatzes, als der Satz noch manuell aus Bleilettern erstellt wurde.


flyer
Als Flyer (deutsch: Flugblatt oder Handzettel) bezeichnet man ein beschriftetes Papierblatt, das eine Mitteilung transportiert und verbreitet. Flyer erscheinen nicht periodisch, oft sogar nur einmalig und werden meist zu aktuellen Anlässen, für Ankündigungen oder zur Werbung herausgegeben und kostenlos verteilt oder liegen zur Mitnahme aus.
Ein Flyer hat lediglich zwei Seiten. Wird durch Faltung des Papieres eine größere Seitenzahl erzeugt, spricht man korrekterweise von einem Faltblatt oder Leporello. Werden mehrere Seiten durch Heften, Kleben oder Ineinanderfalten verbunden, spricht man von einem Prospekt oder einer Broschüre.


font
Als Font bezeichnet man einen Satz von Schrifttypen (Alphabet, Ziffern und Sonderzeichen) in einer bestimmten Schrifttype.


form follows function
(deutsch: Die Form folgt aus der Funktion) ist ein Gestaltungsleitsatz aus Design, insbesondere Produktdesign und Architektur. Die Form, die Gestaltung von Dingen soll sich dabei aus ihrer Funktion, ihrem Nutzungszweck ableiten. Der Begriff wurde zuerst in der Architektur genannt (von dem amerikanischen Bildhauer Horatio Greenough, 1852).
Form follows function bedeutet nicht notwendigerweise den Verzicht auf Verzierungen, wird aber oft (vor allem seit dem Bauhaus) so interpretiert.


fraktur
Die Fraktur ist eine Schriftart aus der Gruppe der gebrochenen Schriften. Sie war von Mitte des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum und stand in Konkurrenz zur Antiqua. Oft wird die gesamte Gruppe der gebrochenen Schriften als Frakturschriften (aber auch: gotische Schriften, Sütterlin) bezeichnet.
Zur Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Fraktur eine Renaissance, da sie als deutsche Schrift betrachtet wurde.
fraktur
Im Gegensatz zur Antiqua sind bei den gebrochenen Schriften die Bögen eines Buchstabens ganz oder teilweise gebrochen. Aus einer Schreibbewegung entstehde Richtungswechsel in der Strichführung hinterlassen einen sichtbaren Knick im Bogen.


Frontspiz
eigentlich frz. Frontispiz (deutsch: Stirnseite, aus lateinisch frontispicium von frons: Stirn, spicere: schauen), ist eine Illustration, die sich auf der zweiten, der Titelei (Seite 3) gegenüberliegenden Seite befindet. Sie ist in der Regel also auf die Rückseite des Schmutztitels (Seite 1) eines Buches gedruckt.
Die Frontispiz-Seite ist oft auch unbedruckt. Bei Biografien oder Kunstbänden wird sie häufig mit einer Abbildung versehen. Bei manchen Büchern stehen auf diesen Seiten Angaben zum Inhalt des Buches, zur Buchreihe oder zum Autor und seinen weiteren Veröffentlichungen.


Futura
Futura ist eine Schriftart. Sie wurde 1927 von Paul Renner entworfen und war stark durch die Bauhaus-Bewegung inspiriert. Im Vergleich zu früheren serifenlosen Antiquas sind die Strichstärken sehr gleichmäßig und die Form der Buchstaben ausgesprochen geometrisch, was am deutlichsten in den fast kreisförmigen Rundungen sichtbar wird.

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