g: von Garamond bis Gutenberg


Garamond
Garamond ist eine Gruppe von Antiqua-Schriftarten, die seit dem 16. Jahrhundert verwendet werden. Ursprünglich wurde die Garamond um das Jahr 1540 von dem französischen Schriftgießer und Typografen Claude Garamond (1499–1561) geschaffen. Die Antiqua hatte sich dank Garamonds Arbeiten endgültig von ihrem Vorbild, der Meißelschrift, gelöst. Sie wirkt leichter und eleganter als die italienischen Vorgänger.
garamond
Die Garamond gehört zur Gruppe der Französischen Renaissance-Antiqua.
Heute gibt es nach dem Vorbild und unter dem Namen Garamond eine Vielzahl von ähnlichen Schriften, die alle auf dem ursprünglichen Font basieren. Viele Schriftenanbieter haben ihre eigene Version der Garamond (Abbildung: Stempel Garamond).


Geschäftsausstattung
Eine Geschäftsausstattung ist Teil eines Erscheinungsbildes (siehe auch: Corporate Design) eines Unternehmens und bezeichnet einen Satz gleichartig gestalteter Drucksachen: Briefbögen, Visitenkarten, Briefumschläge, Aufkleber und Kurzmitteilungen gehören üblicherweise dazu.


Geschmack
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, oft kommt es aber in der Besprechung eines Entwurfs dennoch dazu. Der Geschmack als kulturelles Phänomen ist ein subjektives Werturteil und bedeutet, dass etwas jemandem gefällt (ästhetisch, sozial, ethisch oder moralisch). Schon Max Ernst bemerkte aber:

    „Bitte, meine Herren, Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun, Kunst ist nicht da, daß man sie „schmecke“.

Für Design gilt das genauso. Eine Entscheidung „nach Geschmack“ kann dazu führen, dass persönliche Vorlieben wichtiger werden als fachliche Gesichtspunkte.


Gestaltungsraster
Nicht nur für Bücher und Prospekte, auch für Webseiten, Ausstellungen und Orientierungssysteme kommen in der Visuellen Kommunikation Gestaltungsraster zum Einsatz. Damit werden mehrteilige (also aus einer Vielzahl von Seiten, Tafeln o.ä. bestehende) Veröffentlichungen nach einem eigens dafür entwickelten Schema gestaltet. Beispielsweise legt ein Gestaltungsraster für ein Buch Seitengröße, Randabstände, Schriftgrößen, Grundlinien und Abbildungsgrößen fest, und zwar derart, dass diese in einem systematischen Vorgang aufeinander bezogen sind.
Diese (unsichtbare) Hilfskonstruktion hilft dabei, die benötigten Elemente auf der Fläche zu organisieren.
Die Verwendung eines Gestaltungsrasters ermöglicht eine gurchgängige Gestaltungslinie, die dem Adressaten der Information die Orientierung erleichtert, und rationelle Arbeitsabläufe bei der Herstellung.


Grotesk
futura
Als Grotesk, auch Sans Serif (französisch für ohne Serifen) werden aus der Antiqua abgeleitete Schriftarten bezeichnet. Die Grotesk unterscheidet sich von der Antiqua durch das Fehlen von Serifen und die nahezu gleichmäßige Strichstärke der Buchstaben.
Die populärsten Groteskschriften sind die „Arial“, die „Helvetica“ und die „Futura“ (Abbildung).
Die Grotesk entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in England als Antwort auf den gestiegenen Bedarf an auffälligen Werbeschriften. Der Name geht darauf zurück, dass diese Schriften durch den Wegfall der Serifen tatsächlich zunächst „sonderbar“ wirkten. Groteskschriften werden auch als Serifenlose Linear-Antiqua bezeichnet.
Die Lesbarkeit am Bildschirm ist deutlich besser als die von Antiqua-Schriften, weshalb sich die Groteskschriften vor allem in der Webtypografie durchgesetzt haben.


Grundlinienraster
Die Grundlinie (auch Schriftlinie) ist die Standlinie der Versalien und Kleinbuchstaben. Ein Grundlinienraster ist meist Bestandteil eines Gestaltungsrasters. Es legt die Anzahl und Position der pro Seite möglichen Zeilen fest. Aus dem regelmäßigen Abstand der Grundlinien zueinander ergibt sich demnach der Zeilenabstand, sofern der betreffende Textblock am Grundlinienraster ausgerichtet wird.


Gutenberg
GutenbergJohannes Gutenberg (eigentlich Johannes Gensfleisch, 1400–1468), gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern und der Druckerpresse. Seine Erfindungen revolutionierten die Methoden der Buchproduktion und lösten eine Medienrevolution aus. Der Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance betrachtet.

Zu Gutenbergs zahlreichen Beiträgen zur Buchdruckerkunst gehören neben der Verwendung von beweglichen Lettern auch die Entwicklung einer besonders praktikablen Legierung zum Gießen der Lettern, einer auf Bleilettern abgestimmten Druckfarbe und eines Handgießinstruments sowie die Erfindung der Druckerpresse. Sein besonderes Verdienst liegt aber darin, alle Komponenten zu einem effizienten Prozess zusammengeführt zu haben, der erstmals die maschinelle und massenhafte Produktion von Büchern ermöglichte. 1997 wurde Gutenbergs Buchdruck vom US-Magazin Time-Life zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt.

Das Hauptwerk Gutenbergs ist die Gutenberg-Bibel. Sie gilt noch heute als eines der schönsten Erzeugnisse der Druckkunst.

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