h: von Haptik bis Hurenkind


haptik
Haptik ist die Lehre von der haptischen Wahrnehmung: das aktive Erfühlen von Größe, Konturen, Oberflächenbeschaffenheit und Gewicht eines Objekts. Auch in der visuellen Kommunikation spielt die Haptik eine große Rolle, z. B. bei der Auswahl des Papiers oder der Oberflächenveredelung eines Druckwerkes.


headline
Als Headline (deutsch: Schlagzeile) bezeichnet man die Überschrift einer Anzeige, einer Zeitung, Zeitschrift oder Broschüre. Die Headline soll die Aufmerksamkeit eines flüchtig und selektiv lesenden Betrachters auf sich ziehen und ihn zum Weiterlesen animieren.


helvetica
helvetica
Die Helvetica ist eine Schriftart aus der Gruppe der serifenlosen Linear-Antiqua (oder Grotesk). Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten serifenlosen Schriftarten. Die ersten Schriftschnitte gestaltete ab 1956 der Grafiker Max Miedinger. 1983 brachte die Linotype AG die Schriftfamilie Neue Helvetica heraus. Dafür wurden die historisch gewachsenen und nicht immer zueinander passenden Schnitte neu gezeichnet und besser aufeinander abgestimmt. In der Postscript-Version besteht die Schriftfamilie heute aus 51 Schnitten. Es gibt zahlreiche Derivate und Plagiate, unter anderem unter dem Namen Swiss.

honorar
Honorar ist die Vergütung, die ein Gestalter für seine Arbeit erhält. Je nach Angebot, Vereinbarung und Abrechnungsmodus gliedert sich das Honorar in einen Teil zur Vergütung der aufgewendeten Zeit und einen Teil zur Einräumung der Nutzungsrechte an dem erstellten Entwurf. Die Honorierung der Nutzungsrechte ist abhängig vom Umfang der Nutzung. Es gibt auch Honorarempfehlungen, die den Stundensatz des Gestalters an der Unternehmensgröße des Kunden orientieren um die wirtschaftliche Bedeutung einer Entwurfsarbeit zu berücksichtigen.
Die wichtigsten Honorarordnungen sind die Honorarempfehlungen des BDG (Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V.) und der Vergütungstarifvertrags Design des ADG (Allianz deutscher Designer e.V.). Diese Honorarordnungen bieten aber jeweils nur Anhaltspunkte. Das Honorar für eine Gestaltungsarbeit wird in jedem Einzelfall zwischen Auftraggeber und Designer ausgehandelt.


horror vacui
Horror vacui (lateinisch: Abscheu vor der Leere) bezeichnet in der Kunst den Wunsch, alle leeren Flächen mit Darstellungen oder Ornamenten zu füllen. Oft werden auch in der Visuellen Kommunikation leere Flächen oder Weißräume als „ungestaltet“ oder störend empfunden. Das Auge braucht jedoch solche Flächen, um sich zu erholen und um die gegebenen Informationen besser aufnehmen zu können.
Entgegenhalten möchte man Menschen mit „Horror vacui“ den folgenden Satz von Antoine de Saint-Exupéry:

    „Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern, wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“

hurenkind
Der Begriff „Hurenkind“ stammt aus der Fachsprache der Schriftsetzer und stammt aus der Zeit, als der Schriftsatz noch manuell mit Bleilettern ausgeführt wurde. Als Hurenkind wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die erste Zeile einer neuen Spalte oder Seite ist. Hurenkinder gelten in der Typografie als schwere handwerkliche Fehler, da sie die Ästhetik des Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen.
hurenkind
Als Hurenkinderregelung bezeichnet man die entsprechende Konvention aus der Satztechnik bzw. dem Buchdruck, die besagt, dass die letzte – oder die letzten – Zeile(n) eines Absatzes niemals am Anfang einer Buchseite stehen darf, damit das Erscheinungsbild der Seite nicht darunter leidet. Je nach Satztypus ist nur ein einzeiliges Hurenkind verboten, oder aber etwa auch Zwei- oder Dreizeiler.

Bei manuellem Satz brauchte es ein sehr geschultes Auge und viel Erfahrung, um „Hurenkinder“ zu vermeiden, denn es musste schon vor der eigentlichen Arbeit des Setzens festgelegt sein, an welchen Stellen Absatz- und Seitenumbrüche sein würden. Heute ist die Vermeidung von „Hurenkindern“ eine (einstellbare) Standardfunktion von DTP-Software.

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