s: von Sammelform bis Schusterjunge


Sammelform
Gerade bei kleinformatigen Drucksachen passen eine große Anzahl von Nutzen auf einen Druckbogen. Diesen Umstand haben sich Druckanbieter zunutze gemacht, um preiswert Drucksachen anzubieten. Sie sammeln über das Internet Druckaufträge und ordnen diese auf einem Druckbogen an. Auf diesem Bogen stehen dann vielleicht 24 Werbeflyer von 24 verschiedenen Kunden. Mit dem gleichen Aufwand, der sonst zur Produktion eines einzelnen Auftrages notwendig ist, werden beim Drucken von Sammelformen unter Umständen dutzende von Aufträgen gleichzeitig abgewickelt. Das gesamte Handling des Auftrages ist dabei automatisiert.

Dieses Geschäftsmodell hat den Druckmarkt sehr verändert. Viele kleine und mittlere Druckereien sind verschwunden, stattdessen dominieren einige riesige Firmen den (Massen-)Markt mit Billigangeboten.


Schmutztitel
Der Schmutztitel ist die erste Seite eines gebundenen Buches, die nach dem Aufklappen des Buchdeckels sichtbar wird. Er ist also Seite 1 des Buchblockes. Blättert man um, folgt auf Seite 3 der eigentliche (Innen-)Titel. Schmutztitel, ggf. Frontispiz und Innentitel ergeben zusammen die Titelei und sollten aufeinander abgestimmt gestaltet werden, so dass sie mit dem Buchdeckel eine Einheit bilden.


Serifen
Serifen werden die Auf- und Abstriche an Antiquaschriften genannt. Sie entstanden, als die Schriften noch mit dem Meißel in Stein getrieben oder mit breiten Federn oder Pinseln gezeichnet wurden.
serifen
Die Antiquaschriften werden anhand der Serifen klassifiziert:
Die Renaissance-Antiqua ist die ursprüngliche Form und hat normal ausgeprägte Serifen.
Die Klassizistische Antiqua hat sehr dünne Serifen.
Die Serifenbetonte Linear-Antiqua hat sehr massive Serifen.
Die Serifenlose Linear-Antiqua hat keine Serifen.

Für das Lesen längerer Texte am Bildschirm sind Schriften ohne Serifen besser geeignet.


Signet
Symbol oder Bildzeichen für eine Marke, ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Kampagne, wird heute oft auch als „Logo“ bezeichnet. Ein Signet als Teil eines visuellen Erscheinungsbildes (Corporate Design) sorgt für Identifikation und Wiedererkennung. Die Reduktion auf das Wesentliche, Prägnanz, Verständlichkeit, Unverwechselbarkeit und gute Reproduzierbarkeit sind wichtige Gesichtspunkte bei der Erarbeitung.
Der Begriff Logo hat sich im Sprachgebrauch verallgemeinert. Bezeichnete er früher eine Wortmarke (das Wort, griechisch Logos), so schließt er heute auch Signets mit ein.

Arbeitsbeispiele von studio 37


Spationierung
Wird die Laufweite eines Textes vergrößert, heißt dieser Vorgang „Spationieren“, die Verringerung der Laufweite einer Schrift nennt man hingegen „Unterschneiden“. Die Laufweite ist beim Setzen eines Textes der Abstand zwischen den Zeichen. Dieser ist durch die Größe des Schriftkegels vorgegeben, kann aber im Satzprogramm verändert werden, also enger oder weiter gestellt werden.


Schusterjunge
schusterjunge
Der Begriff „Schusterjunge“ stammt aus der Fachsprache der Schriftsetzer und stammt aus der Zeit, als der Schriftsatz noch manuell mit Bleilettern ausgeführt wurde. Als Schusterjunge wird die erste Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die letzte Zeile einer Spalte oder Seite ist. Schusterjungen gelten in der Typografie als schwere handwerkliche Fehler, da sie die Ästhetik des Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen.
Bei manuellem Satz brauchte es ein sehr geschultes Auge und viel Erfahrung, um „Schusterjungen“ zu vermeiden, denn es musste schon vor der eigentlichen Arbeit des Setzens festgelegt sein, an welchen Stellen Absatz- und Seitenumbrüche sein würden. Heute ist die Vermeidung von „Schusterjungen “ eine (einstellbare) Standardfunktion von DTP-Software.

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